24.03.- 25.03.2018 – Goodbye Machinga, hello Lilongwe – We meet to part & we part to meet again!
- andrina37
- 10. Juni 2018
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Mai 2021

Dieser Tag kam schneller als gewünscht. Unser Zimmer war so gut wie leergeräumt, die Koffer gepackt und alles bereit für unsere Abreise. Alles ausser wir. Um 07:00 Uhr nahmen wir das letzte Morgenessen mit unseren Freunden zu uns. Die Stimmung war bedrückt. Immer wieder meinte jemand «We will miss you», was uns jedes Mal das Herz ein Stück mehr zerriss. Wir antworteten mit «We will meet again!», jedoch wussten wir, dass wir dies leider nicht garantieren können. Nach dem Essen rief uns Charles zu sich. Er sagte uns, er habe auch ein Lied für uns geschrieben und wolle es uns nun vorsingen. Dies tat er dann auch und es war so ein berührend, dass es uns die Tränen in die Augen trieb. Auch er musste dazwischen kurz unterbrechen um sich zu sammeln. Eine Zeile in seinem Lied lautete «We meet to part and we part to meet again» – «Wir treffen uns, um uns zu trennen und wir trennen uns, um uns wiederzusehen». Diese Zeile ist mir speziell geblieben, denn das ist wohl unser aller Wunsch. Wir sassen noch eine ganze Weile in der Multipurpose Hall, um noch so lange wie möglich mit den Leuten hier zusammen zu sein. Durch die traurige Stimmung hindurch begann Wisdom plötzlich mit einer grossen Bestimmtheit zu sagen, wir sollen nicht traurig sein, sondern lieber dankbar, für die Zeit, die wir hatten. Es sei eine grossartige Zeit gewesen aber unsere Reise ginge eben weiter. Alles was wir jetzt tun können, ist uns auf unser Wiedersehen zu freuen, welches bestimmt eintreffen wird. Recht hatte er und die Stimmung wurde wirklich etwas aufgelockert. Vielleicht auch einfach deswegen, weil wohl niemand von uns Wisdom jemals so sprechen gehört hat und wir alle ziemlich überrascht waren.
Kurz vor 10:00 Uhr machten wir uns auf zu unserem Hostel, um unser Gepäck bereitzustellen und nochmals zu kontrollieren, ob alles eingepackt wurde. Um 10:30 Uhr kam dann unser Fahrer mit dem Auto. Unsere Freunde halfen uns, das Gepäck im Auto zu verstauen. Die letzten Abschiedsworte wurden gesprochen und die letzten Umarmungen verteilt. Wir stiegen ins Auto und fuhren los. Alle winkten uns nach und Daniel liess sich ins Grass fallen und blieb weinend sitzen. Die ganze Szene war wie im Film. Am liebsten wären wir aus dem Auto gesprungen und hätten uns irgendwo festgehalten, damit wir bleiben konnten. Leider war das nicht möglich und so verliessen wir den Campus.
Im Auto war die Stimmung eine Mischung aus der Traurigkeit und des Vermissens und der Vorfreude auf das, was uns in Lilongwe erwarten wird. Einen Moment lang lachten wir über irgendetwas und im nächsten weinten wir wieder. Wir wussten selbst nicht so ganz, wo uns der Kopf steht und wohin mit all den Gefühlen, die in uns durcheinanderschwirrten.
Die Reise ging ungefähr drei Stunden lang und führte uns quer durch Malawi. Vorbei an Landschaften, Märkten und auch an der Grenze zu Mosambik. Diese Grenze war die Strasse, auf der wir fuhren. Rechts von uns war Malawi und links von uns lag Mosambik. An dieser Strasse hielten wir kurz an um Airtime (Handyguthaben) zu kaufen. Hierfür gingen wir zu einem Stand auf der linken Seite, wir waren also ganz kurz in Mosambik.
Nach einiger Zeit fuhren wir dann in die Hauptstadt Lilongwe ein. Es sah schon ziemlich anders aus als in Machinga. Aber es war definitiv noch Malawi. Die Häuser waren etwas moderner und es gab viele Autos und überall Werbetafeln etc., eben wie in einer normalen Stadt. Aber auch hier waren viele Menschen draussen auf den Strassen und in den Märkten. Irgendwann bogen wir in die Area 15 ein, wo wir die nächsten zweieinhalb Wochen wohnen werden. Area 15 ist eine eher reichere Gegend. Die Häuser waren oft umzäunt oder ummauert. Ein Schild zeigte uns den Weg zu den Büros der Zikomo Foudation, so fuhren wir einige Minuten später in die Einfahrt unseres neuen Zuhauses. Dort wurden wir von Joanna, eine ehemalige Studentin der NMS, welche letztes Jahr auch am Machinga TTC war und jetzt 6 Wochen bei der Zikomo Foundation half, in Empfang genommen. Auch James und Memory, das Ehepaar, bei welchem wir wohnen werden, begrüssten uns herzlich. James ist der Geschäftsführer der Zikomo Foundation in Malawi.
Den Rest des Tages verbrachten wir damit, dass Joanna uns ein Bisschen erzählte, was sie in den sechs Wochen alles so auf die Beine gestellt hatte. Sie half im Kindergarten der Foundation, wo auch wir in der ersten Woche helfen werden. Sie erklärte uns, wie ein Tagesablauf in etwa aussieht und beantwortete all unsere Fragen. Wir mussten möglichst jetzt alles erfragen, denn Joanna machte sich an diesem Abend noch auf den Heimweg in die Schweiz. Im Verlaufe des Tages kam noch Rose zu Besuch. Rose ist Kindergartenlehrerin und für die Betreuung Volunteers der Foundation zuständig. Sie kam um uns kennenzulernen und natürlich auch um Joanna zu verabschieden. Im Gespräch mit ihnen kam unsere beinahe Verhaftung auf. Als wir so darüber sprachen, kam Joanna in den Sinn, dass sie diesen Stempel auch nie erneuert hatte. Leichte Panik kam in ihr auf, denn sie wollte ja heute abreisen. Glücklicherweise kannte James jemanden am Flughafen und meinte, das würde schon geklärt werden.
Am Abend kamen noch zwei Freunde des Eherpaars auf Besuch. Samuel und Joe. Das erste, was Joe zu uns sagte war: «Hi, I am Joe, I’m getting married on Eastermonday. You are most welcome to come.». Wir waren etwas überrumpelt von dieser superspontanen Einladung. Nahmen sie aber freudig an. Wie sich herausstellte ist Samuel ein Jazzmusiker und James’ bester Freund. Auch die beiden verabschiedeten sich von Joanna.
Wir blieben noch auf bis Joanna sich mit unseren Hosts auf den Weg zum Flughafen machte und fielen dann todmüde in unsere Betten.
Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass es wirklich noch gut ging mit Joannas Visum. Sie musste, wie wir, einfach einen gewissen Betrag bezahlen. Wir verbrachten den ganzen Sonntag damit, uns etwas einzuleben und unsere Hosts kennenzulernen. Wir kochten und assen gemeinsam und besprachen Dinge über unseren Einsatz etc. Wir merkten, dass das Leben hier in Lilongwe wohl etwas ruhiger zu und her gehen wird als in Machinga. Am TTC mussten wir nur nach draussen gehen und hatten schon mehrere Studierende, mit welchen wir uns unterhalten konnten. Hier in der Area 15 sah man nur selten mal jemanden auf der Strasse. Nur hin und wieder fuhr ein Händler mit seinem Fahrrad an unserem Haus vorbei und rief aus, was er alles zu verkaufen hatte. Obwohl wir unsere Freunde am TTC sehr vermissten, freuten wir uns sehr auf die uns bevorstehenden Wochen.







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