17.03.- 18.03.2018 – Mangochi, Lake Malawi und unser erster Abschied
- andrina37
- 9. Juni 2018
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Mai 2021

Da wir bei unserer Einreise einen Stempel für nur einen Monat auf unser Visum erhalten haben, mussten wir den Stempel irgendwann erneuern lassen. Uns fiel das erst diese Woche wieder ein und merkten, dass der Stempel diesen Samstag abläuft. Wir mussten uns also etwas sputen. Wir wussten, dass man den Stempel in Mangochi verlängern lassen kann. Wir haben schon viel vom Mangochi Distrikt gehört. Man sagt er sei einer der schönsten Distrikte in Malawi. Er liegt direkt am Lake Malawi. Diesen Ort wollten wir sowieso besuchen, also fragten wir den Principal, ob wir einen Fahrer zur Verfügung gestellt bekommen würden, was er uns gewährte. Um unsere Tradition weiterzuführen, überlegten wir uns, wen wir dieses Mal mitnehmen könnten. Die Wahl fiel ziemlich schnell auf Wisdom. Einerseits, weil er nicht mit auf den Zomba Mountain kommen konnte, andererseits aber auch, weil Mangochi sein Heimdistrikt ist und er uns somit perfekt herumführen kann. Als wir ihn anfragten, war er ganz aus dem Häuschen und freute sich extrem. Wir fragten ihn, ob seine Reaktion nun hiesse, dass er mitkommt. Dazu meinte er, er habe die erste Chance verpasst und nun eine zweite bekommen. Wenn er diese vorbeigehen lassen würde, wäre er ein Idiot. Wir hatten also unsere Begleitperson gefunden. Er fragte uns dann noch, ob wir auf dem Weg seiner Familie einen Besuch abstatten könnten. Wir willigten alle sehr gerne ein.
Am Samstagmorgen ging die Reise also los. Unser erstes Ziel war das Zuhause von Wisdom. Wir waren sehr gespannt auf seine Familie und darauf zu sehen, wie er lebte. Sein Vater ist Headteacher an einer Primarschule. Dies bedeutet, dass sie auf dem Schulareal leben. Als wir dort ankamen, wurden wir bereits erwartet. Wisdom stellte uns seinem Vater vor und sein Vater stellte die ganze Familie vor. Sie baten uns ins Wohnzimmer und boten uns ein Frozy (eine Art Fanta) an. Wir plauderten ein wenig, sie stellten fragen und wir zeigten einander Fotos. Zum Schluss machten wir noch einige Fotos mit der ganzen Familie und mussten uns dann schon wieder auf den Weg machen. Es war eine sehr schöne Begegnung, welche uns wieder einmal mehr zeigte, wie gastfreundlich und offenherzig die Menschen Malawis sind.
Das nächste Ziel war das Immigrationsbüro. Auf dem Weg horten wir Radio und es klang ganz danach, als ob sie beten würden. Ich fragte nach, ob das ein christliches Radio sei. Wilson, unser Fahrer, antwortete mit ja und erklärte, dass dieser Radiosende gleich auf unserem Weg läge. Wisdom brachte dann den Vorschlag, die Station anzusehen, somit machten wir kurz darauf Halt beim Radio Maria und bekamen sogleich eine Privatführung durch die winzige Radiostation. Wisdom traf sogar noch einen Freund, welcher anscheinend dort arbeitet. Nach der Führung fuhren wir weiter zu unserem eigentlichen Ziel. Beim Immigration Office Mangochi angekommen, mussten wir erfahren, dass das Büro am Samstag anscheinend nicht offen hat. Wir mussten also weiter, ohne den Stempel aktualisiert zu haben.
Den Rest des Tages führte uns Wisdom an verschiedenste Orte in Mangochi. Wir besuchten den Hafen in der Monkey Bay. Auch hier bekamen wir eine Führung von einem Arbeiter, welcher uns erklärte, wie der Alltag am Hafen aussieht und unsere Fragen beantwortete. Weiter besuchten wir die Sun ‘n’ Sand Lodge. Viele Menschen kommen anscheinend nur wegen dieser Lodge nach Mangochi. Auf der einen Seite verstanden wir das sehr gut. Es war ein sehr schöner Ort. Sehr grün und direkt am See mit wunderschönem Strand. Auf der anderen Seite mussten wir auch sagen, dass wir wohl nie nach Malawi gehen würden um in so einer Lodge zu wohnen. Denn für uns, war das nicht Malawi. In dieser Lodge lebt man in einer Wohlstandsblase. Alles ist grün und schön und man hat alles zur Verfügung. Einen Pool, ein Restaurant und einen Laden mit genügend und variantenreichem Essen, überall hat es fliessend Wasser und man kann sogar Kamelreiten. Man bekommt rein gar nichts von der Armut des Landes mit und auch mit einheimischen Menschen aus dem Dorf hat man nur sehr wenig Kontakt. Es machte uns schon fast etwas wütend. Aber trotzdem zeigten diese Lodges auch eine andere schöne Seite von Malawi. Es zeigte uns, wie Malawi sein könnte, wäre dieses Land nicht so arm, was nicht heissen sollte, dass es so besser wäre.
Wir besuchten noch eine weitere Lodge und fuhren dann an einen Ort namens «Venice Beach». Wir mussten lachen, als wir diesen Namen hörten, aber als wir dann dort ankamen, wussten wir woher dieser Name stammte. Der Ort liegt, wie könnte es auch anders sein, ebenfalls am See. Der Sandstrand war weiss und das Wasser strahlend blau. Hin und wieder ragte eine Palme aus dem Sand heraus. Es waren viele Einheimische am Strand. Sie badeten und wuschen ihre Kleider. Die gewaschenen Kleider wurden dann im Sand zum trocknen ausgebreitet, was wir ziemlich ironisch fanden. Aber eine andere Möglichkeit gab es halt eben nicht.
Nach Venice Beach machten wir uns wieder auf den Heimweg.
Während des ganzen Tages hatte Wisdom Corinas Handy und machte unzählige Selfies. Immer wieder und überall hörten wir den Satz «Let’s take a selfie!». Wir machten uns deshalb oft über ihn lustig, aber gleichzeitig war es super, denn so hatten wir viele Bilder von diesem Tag. Nur war auf vielen Fotos auch einfach nur Wisdom drauf.
Der Sonntag verlief ganz normal. Am Morgen gingen wir wieder in die Kirche. Da es bereits unser letzter Kirchenbesuch hier am TTC Machinga war, verabschiedeten wir uns von unseren Freunden hier und bedankten uns, dass wir den Gottesdiensten beiwohnen durften und wir so toll aufgenommen wurden. Das war der erste Abschied hier in Machinga, aber es war uns noch überhaupt nicht bewusst, dass wir wirklich bald all das hinter uns lassen werden.













Nur einige der unzähligen Wisdomselfies
















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