24.02.- 25.02.18 – Handballturnier, Zomba Market, Tailor
- andrina37
- 26. März 2018
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Mai 2021

Am Samstag war um 08:00 Uhr Besammlung für jene, welche mit zum Handballturnier kommen. Ich durfte Corina und Vera mitnehmen, da wir eh vorhatten, den Zomba Market genauer anschauen zu gehen. Wir waren 12 Studierende. Wieder einmal wurde uns klar, dass die Malawis ein völlig anderes Zeitgefühl haben. Wir warteten nämlich bereits eineinhalb Stunden und noch immer ist kein Auto geschweige denn ein Dozent aufgekreuzt. Wir entschieden uns deshalb, noch kurz zum Teabreak zu gehen. Als wir zurück zum Treffpunkt kamen, waren unser Transportmittel und die Dozenten bereit zum losfahren. Das Auto war ein kleiner Kastenwagen. Zwei Studierende konnten vorne auf der Bank platznehmen. Wir anderen 10 quetschten uns hinten in den Kofferraum. Das waren wohl die 20 unbequemsten Reiseminuten die ich je hatte. Es war eng, heiss und unbequem. Trotzdem war die Stimmung nicht im Keller. Wir freuten uns alle auf das Turnier. Die Dozenten erklärten uns noch, dass wir nicht einfach nur zuschauen werden. Wir sollten versuchen die Regeln des Spiels und die nötigen Skills herauszufiltern und aufzuschreiben. Das Ziel ist es, den Sport im Machinga TTC einzuführen, denn Handball ist nicht wirklich bekannt in Malawi, man will es aber populärer machen.
Wir betraten also die Sporthalle des TTC Domasi und zogen schon mal alle Blicke auf uns. Immer noch eine Reaktion, an welche wir uns gewöhnen müssen. Wir Studierende wurden herzlich begrüsst, und wir drei weisse noch speziell erwähnt. Dann konnte das Turnier starten. Das erste Spiel spielte die Mannschaft des TTC Domasi, welche bereits internationale Spiele bestreiten konnte. Wer der Gegner war, weiss ich nicht mehr. Aber beide Mannschaften überraschten uns sehr. Sie spielten sehr professionell und stark. Aber das gegnerische Team hatte keine Chance gegen das Team Domasi. Als nächstes waren Damenteams an der Reihe. Die Mädchen waren von der Sekundarschule, also noch viel jünger als die Jungs der ersten Mannschaft. Dementsprechend war das Spiel weniger schnell. Wir schauten aufmerksam zu und versuchten so viel wie möglich aus den Spielen herauszunehmen.
Nach einigen Stunden entschieden wir (Corina, Vera, Ich und Musadane, eine Freundin) uns, uns auf den Weg nach Zomba zu machen. Hierfür benutzten wir das erste Mal ein öffentliches Verkehrsmittel, den Minibus. Das sind Kleinbusse, welche auf den Strassen immer wieder Kunden aufgabeln. Wir fuhren also so nach Zomba und strebten gleich den Markt an. Dort kauften wir frische Avocados und eine Ananas. Danach führte uns Musadane in einen Laden, wo man günstig gute Chitenjes kaufen kann. Ein Chitenje ist ein Tuch, welches sich die Frauen von Malawi um die Hüfte oder die Brust binden, oder damit ihre Kinder auf dem Rücken tragen. Musadane erklärte uns auch, dass wir wohl in Lilongwe schönere Tücher mit besserer Qualität finden werden, da sie von dort gekauft und in anderen Orten, wie Zomba, wiederverkauft werden. Trotzdem wollten wir heute bereits eines kaufen. So verbrachten wir eine Weile in diesem Laden und wählten je ein Chitenje aus. Mit bepackten Taschen begaben wir uns ins Town Center um ein Minibus zurück nach Machinga zu nehmen. Wir stiegen in einen Minibus ein und warteten darauf, loszufahren. Allerdings hatte der Fahrer andere Pläne. Er wollte so viele Kunden wie möglich in den Bus kriegen, bevor er losfährt. So warteten wir für etwa eineinhalb Stunden in einem heissen Bus an der prallen Sonne. Als wir dann endlich losfuhren, sprach uns ein Mitfahrer an und fragte woher wir kommen und was wir hier machten. Sobald er erfuhr, dass wir am Machinga TTC studieren, erzählte er uns, er sei Sekundarschullehrer. Wir plauderten etwas mit ihm und uns wurde ziemlich schnell klar, dass, was auch immer dieser Mann von Beruf ist, er bestimmt kein Lehrer ist. Die ganze fahrt lang stürmten wir mit ihm und hatten es ziemlich lustig.
Wieder zurück am Campus versuchten wir gleich unsere Chitenjes anzuziehen, benötigten aber Anweisung von Musadane. Den ganzen Abend liefen wir dann damit herum und bekamen Komplimente und den Zuspruch, dass wir nun richtige Malawis sind.
Am Sonntagmorgen machten wir uns wieder bereit für die Kirche. Dieses Mal haben wir aber Daniel, einem sehr guten Freund, versprochen in seine Kirche, die CCAP, auf dem Campus zu kommen. Vorher besuchten wir aber noch kurz die Sonntagsschule, welche er leitet.
Der Gottesdienst war zwar sehr schön mit der Musik und der Art, wie sie uns und sich gegenseitig begegneten, jedoch war alles auf Chichewa. Wir haben also nicht wirklich viel aus der Predigt entnehmen können und auch sonst haben wir nichts verstanden. Aus diesem Grund zog sich das ganze auch sehr in die Länge. Was wir während den Gottesdiensten erfuhren war, dass sehr viel und offen über Geld gesprochen wird. Nachdem die Kollekte eingezogen wurde, wird das Geld von jemandem gezählt. Der gesammelte Betrag wurde dann der gesamten Gemeinde kundgegeben. Dazu kam, dass es meistens mehrere Kollekten für verschiedene Zwecke gab.
Da wir noch immer kein fliessend Wasser hatten, mussten wir unsere Buckets und Wasserflaschen beim Wasserhahn hinter dem Hostel auffüllen, jedoch kommt dort, wenn überhaupt, oft nur wenig Wasser heraus. Zu wenig um den Schlauch brauchen zu können. Deshalb mussten wir mit unseren Bechern die Flaschen und Kessel füllen.
Nach dem Mittagessen, nahm uns Musadane mit zu einem Schneider (Tailor) mit, um die Ränder unserer Chitenjes umnähen zu lassen. Die Schneiderei war einfach ein Raum mit 3 Tischen, auf welchen je eine uralte Nähmaschine steht. Die Maschinen werden hier noch mit einem Pedal angetrieben. Wenn man eine elektrische besitzt, ist man schon ziemlich modern unterwegs.
Am Abend war wieder lernen angesagt. Wir waren also wieder bei den Klassenzimmern um zu helfen & plaudern. Dies ist hier am Campus, so wurde uns bewusst, jeden Abend der Fall.

Sporthalle des TTC Domasi.

Zomba.

Unsere Chitenjes.

Wasservorrat auffüllen.

Tailor.




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