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12.03.- 16.03.2018 – Musik, Malaria und mehr

  • Autorenbild: andrina37
    andrina37
  • 8. Juni 2018
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Mai 2021



Zurück am TTC ging der normale Schulalltag wieder los. Da es die zweitletzte Woche vor den Examinations war, wurde vieles nochmals repetiert, jedoch auch einiges noch neu angefangen und sozusagen in die letzten paar Tage reingedrückt. So zum Beispiel Musik Grundlagen. Bis anhin war Musik noch nicht im malawischen Lehrplan enthalten. Dies wurde dieses Jahr geändert. Für unsere Mitstudierende, welche also noch nie in ihrem Leben Musikunterricht hatten, hiess das alles, was wir in der Schweiz während 6 Jahren Primarschule lernen, innert zwei Wochen vor den Prüfungen neu kennenzulernen und auch zu verstehen. Viele von ihnen hatten ziemlich Mühe damit, was wir sehr gut verstanden. Sie mussten von Taktsprache, zu Notenwert und -namen, Pausen und Taktarten über zum Komponieren eines einfachen Liedes alles von Grund auf neu lernen. Für uns Schweizerinnen jedoch bedeutete das endlich mal ein Thema, welches wir wirklich gut verstanden, und wobei wir auch mühelos helfen konnten. Somit wurde zwischen den Lektionen und am Abend in den Classes viel Musik gebüffelt. Sehr amüsant war es für uns auch noch, da sie eine etwas andere Taktsprache und andere Bewegungen dazu verwenden als wir.


Am Mittwoch war es dann Zeit, dass Corina ihre Arbeit für die NMS macht. Sie wollte mit Kindern der Demonstration School die Bewegungen zu den Kinderliedern aus dem Song Book filmen. Nach einem kleinen Missverständnis, einigen Komplikationen und dem daraus resultierenden hin und her, konnten wir mit dem Filmen beginnen. Der verantwortliche Lehrer musste die Kinder etwas unterstützen mit den Bewegungen und deren Einsätzen. Er machte das so souverän und mit einem unglaublichen Humor, dass die Arbeit super über die Bühne ging. Das ganze Spektakel fand während der Examinationswoche der Schule statt. Jedoch war unsere Anwesenheit und was wir machten wohl viel spannender. Denn alle Kinder versammelten sich um den Platz und schauten zu. Immer wieder mussten wir sie etwas vertreiben, damit sie nicht allzu fest auf dem Bild sind. Dies gaben wir dann nach einer Weile aber auf. Es hatte keinen Sinn, sie kamen immer wieder zurück. Nach dem alle Filme im Kasten waren, wollten die Lehrer noch einen Tanz mit uns machen. Auch dieser wurde gefilmt. Zum Schluss gab Corina der Schule ein Paar Geschenke zum Dank und versprach ihnen die Filme zukommen zulassen.

Noch am selben Tag wollten wir mal wieder unser Glück versuchen und dem Music Club beiwohnen. Deses mal wurden wir nicht enttäuscht. Der Raum war offen und unsere Mitstudierenden waren bereits voll damit beschäftigt, ihn mit Rhythmen und schrägen Tönen zu füllen. Wir schnappten uns die Gitarren und jene Studenten, die Interesse hatten sie spielen zu lernen und setzten uns unter den Baum vor dem Musikraum. Bevor wir aber mit dem Lehren beginnen konnten, mussten wir die kaputten Saiten auswechseln und die Gitarren neu stimmen. Diese Gelegenheit nutzten wir gerade, um auch dieses Handwerk den Studis beizubringen. Als wir dann 3 mehr oder weniger funktionstüchtige Gitarren hatten, starteten wir mit dem Unterricht. Dieser war leider nur sehr kurz, da das Saitenwechseln etc. viel Zeit in Anspruch nahm und es schon wieder Zeit für den Nachmittags- Teabreak war. Dieses Mal stellten wir die Gitarren aber nicht wieder zurück in den Musikraum. Wir wollten unsere Gitarren- Mission noch etwas weiterführen und da uns nur noch eine Woche dafür übrigblieb, und wir nie wussten, wann dieser Raum wieder offen sein wird, nahmen wir die Gitarren kurzerhand in unser Zimmer. An diesem Abend sassen wir noch zu dritt etwas vor unserem Hostel und spielten und sangen Lieder, wobei uns schnell anderen Studierende Gesellschaft leisteten und mitsangen. Wieder waren wir überrascht von der Musikalität dieser Menschen. Sie lernten nicht nur sehr schnell den Text zum Mitsingen, sondern sangen dann auch noch ohne Probleme die zweite Stimme dazu.


Corina fühlte sich schon die ganze Woche nicht so ganz fit und als sie am Donnerstagmorgen dann mit Fieber aufwachte, machte sich das ungute Gefühl, es könnte Malaria sein, breit. Wir informierten uns anhand eines Flyers des Inselspitals über die Symptome von Malaria. Auf dem Flyer stand geschrieben, dass man, sollte Fieber auftreten, sofort ein Spital aufsuchen sollten. Einerseits waren wir alle ziemlich besorgt, wollten andererseits aber auch nicht in Panik ausbrechen. Vera und ich gingen zu Madame Tim, um sie zu informieren und um Rat zu fragen. Sie war ebenfalls der Meinung, sofort ins Spital zu gehen. Um 10:00 Uhr fuhren wir dann in ein Spital in Liwonde. Dies war auch ein sehr prägendes Erlebnis. Man kann sich dieses Spital nicht so vorstellen wie bei uns. Die Gänge sind schmutzig und überall sitzen oder liegen Kranke und verletzte Menschen. Wir gingen gleich als erstes in das Büro eines Arztes und schilderten ihm Corinas Symptome. Er schickte uns dann weiter, um Blut zu nehmen. Hierfür mussten wir einige Zeit warten, bis Corina an der Reihe war. Nach der Blutentnahme mussten wir natürlich erst auf die Ergebnisse warten. Als wir die dann endlich erhalten haben, gingen wir zurück zum Büro des ersten Arztes. Dieses war nun aber geschlossen und der Arzt nirgends aufzufinden. Das hiess für uns, auf den nächsten Arzt zu warten. Lange. Nach einer Stunde Wartezeit machten Madame Tim und ich mal eine Runde durch das Spital, um zu sehen, ob der Arzt vielleicht irgendwo sonst ist, fanden ihn jedoch nicht. Also warteten wir weiter. Nach einer weiteren Stunde tauchte dann endlich ein Doktor auf. Jedoch konnten wir natürlich nicht gleich zu ihm. Er hatte zwei dringendere Patienten. Als wir dann endlich an der Reihe waren, wurde uns gesagt, dass es zum Glück keine Malaria sei, sondern einfach eine bakterielle Infektion. Der Arzt verschrieb Corina ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel gegen die Kopfschmerzen. Auf unsere Nachfrage, ob diese Medikamente mit unserer Malariaprofilaxe einnehmbar seien, konnte uns der Arzt keine definitive Antwort geben. Er hatte noch nie von Malarone gehört. Nach 4 Stunden konnten wir endlich das Spital verlassen. Zurück am TTC lag sich Corina ins Bett, nahm die Medis und ruhte sich den Rest des Tages aus.


Neben dem regulären Unterricht und dem Lernfieber gab es auf dem Campus noch einen gratis Aidstest, zu welchem die Studierenden verpflichtet wurden. Während der ganzen Woche konnten sie sich einem Bluttest unterziehen und erfuhren dann, ob sie an HIV oder Aids leiden. Am Freitagabend gab es einen Anlass in der Multipurpuse Hall, an welchem genau dieses Thema durch zahlreiche humorvolle Theater und andere Beiträge der Studierende behandelt wurde. Der Abend stand unter dem Motto «Know your risky behaviour and change!» – «Kenne dein riskantes Verhalten und ändere es!». Durch die Beiträge wurde aufgeklärt, wie durch Drogenmissbrauch, Alkohol und ungeschütztem Sex Krankheiten übertragen werden und Abhängigkeiten entstehen. Obwohl wir nicht viel verstanden, und der Ablauf etwas chaotisch war, genossen wir es sehr, mit unseren Freunden zusammenzusitzen, zu lachen und die Theaterstücke mitzuverfolgen. Es war also ein sehr gelungener Abend.


Kinder und Lehrpersonen, die an Corinas Projekt mithalfen
Kinder der Demonstration School
Tanzeinlage von Studenten am Freitagabend
Mitstudent John in seiner Rolle am Freitagabend

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