Leben auf dem Campus
- andrina37
- 12. Juni 2018
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Mai 2021
Unterkunft:
Ihr werdet in Hostels mit anderen Studentinnen/ Studenten (natürlich geschlechtergetrennt)
wohnen. Wahrscheinlich werdet ihr gefragt, ob ihr ein Zimmer mit anderen teilen wollt, oder ein Schweizerzimmer haben wollt. Das steht euch natürlich offen. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass es von Vorteil sein kann, einen ‘Schweizer- Rückzugsort’ zu haben. Vor allem auch wegen Wertsachen etc.
Duschen und WCs sind vorhanden, jedoch nur brauchbar, wenn es fliessend Wasser hat im Hostel.
Wassermangel:
Ihr werdet in den Wochen am TTC einige Male erleben, dass es kein fliessendes Wasser hat in eurem Hostel. Ist dies der Fall, hat es in der Regel hinter den Hostels einen Wasserhahn aus welchem meistens noch etwas Wasser kommt.
Ihr bekommt von Madame Tim pro Person einen Kessel, welchen ihr am besten immer mit Wasser gefüllt und in eurem Zimmer gelagert habt. Diese Kessel werden bei akutem Wassermangel als eure Duschen (Bucketbathing), Spülung (Wasser in den WC- Kasten füllen, dann könnt ihr spülen), etc. dienen.
Am Besten geht ihr in den ersten Tagen mal mit Madame Tim nach Zomba (der nächste grössere Ort), um Trinkwasser in 5L- Flaschen zu Kaufen. Wenn diese Flaschen leer sind, füllt ihr sie idealerweise auch immer wieder auf (mit Tabwater) und reinigt das Wasser mit den Micropur- Tabletten. Das Wasser wird zwar wie ein Swimming- Pool schmecken, aber man gewöhnt sich daran und ihr werdet sicher mal froh darum sein.
Handy:
Es ist sehr empfehlenswert eine malawische Sim- Karte zu kaufen. Auch das am besten in den ersten paar Tagen mit Madame Tim in Zomba. Es gibt 2 grosse Mobilfunkanbieter: Airtel und TNM. Wir empfehlen beides zu kaufen, denn einen Anruf oder ein SMS auf eine Nummer des anderen Anbieters ist extrem teuer (für malawische Verhältnisse). Die Sim- Karte an sich und ein Internet- Bundle sind, für schweizer Verhältnisse, fast geschenkt.
Einige der Studierenden am TTC werden auch Smartphones haben, da müsst ihr also kein schlechtes Gewissen haben, oder euch genieren es vor ihnen zu benutzen.
Zwischenmenschliches:
Die Menschen am TTC sind alle sehr lieb und zuvorkommend. Wobei die Männer aber viel offener sind als die Frauen (kann je nach Jahrgang variieren). Wie wir später herausfanden, liegt das aber eher daran, dass sie unsere extrovertierte, selbstsichere Art nicht gewöhnt waren und das Gefühl hatten, wir Schweizerinnen wären nicht daran interessiert mit ihnen zu sprechen. Nehmt euch also auch ein bisschen Zeit für die Frauen, das haben wir etwas zu wenig gemacht.
Ihr werdet merken, dass viele händchenhaltend über den Campus gehen. Manchmal werden auch Dozenten oder Mitstudierende eure Hand während einem Gespräch nehmen. Grundsätzlich ist das normal, jedoch solltet ihr nicht längere Zeit die Hand eines etwa gleichaltrigen Gegengeschlechts halten. Dies wirft Fragen/ Hoffnungen auf, sowohl bei den Zeugen als auch beim betroffenen Gegenüber. 😉
Die malawische Sprache Chichewa ist im Allgemeinen sehr freundlich. Sie sagen für alles Danke (zikomo) und sie entschuldigen sich oft (pepa), zum Beispiel wenn du über etwas stolperst, werden sie sich entschuldigen, obwohl sie rein gar nichts dafür können. Jedoch tun sich manche etwas schwer, ihre Freude und Dankbarkeit auszudrücken, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Sie werden sich bedanken, aber euch wird es so vorkommen, als hätten sie von ihrem Grosi zum gefühlten tausensten mal Wollsocken zu Weihnachten bekommen. Dies ist nicht etwa, weil sie sich nicht freuen oder nicht dankbar sind, sondern weil es ihnen manchmal einfach schwerfällt, ihre Gefühle auszudrücken. Nehmt das also nicht persönlich!
Unterricht:
Bei eurer Ankunft werdet ihr gefragt, ob ihr zusammen, oder separat in eine andere Klasse gehen wollt. Wir empfehlen euch, teilt euch auf! Ihr werdet so individuelle Beziehungen knüpfen und so werden auch zwischen den Studierenden aus anderen Klassen Freundschaften entstehen, welche sonst wohl nicht entstanden wären. Zusätzlich klebt ihr nicht immer als schweizer Grüppchen zusammen.
Zum Thema Unterrichtsstart, müsst ihr wissen, dass es für die Studierenden sehr wichtig ist pünktlichim Klassenzimmer zu erscheinen. Diese Regel gilt aber nicht für die Dozenten. Es kann vorkommen, dass mal ein Dozent viel zu spät kommt, oder sogar gar nicht auftaucht. Je nach dem wartet ihr dann eine ganze Weile im heissen Klassenzimmer. Ich habe, wenn meine Klasse gerade nichts zu lernen hatte, ihnen das Spiel ‘Hangman’ beigebracht. Ihr könnt da etwas kreativ sein, um die Wartezeit zu überbrücken. Jedoch solltet ihr etwas abschätzen können, ob eure Klasse, gerade für so etwas zu haben ist oder nicht.
Der Unterricht an sich wird wahrscheinlich nicht immer das spannendste eures Lebens sein. Vieles werdet ihr, vor allem anfangs, nicht verstehen, weil ihr entweder noch nie etwas davon gehört habt, auf Chichewa gesprochen wird, oder ihr euch noch nicht an den Akzent des Malawi- Englisch gewöhnt habt. Versucht aber trotzdem euch so gut wie möglich am Unterricht zu beteiligen. Es wird von den Dozenten sehr geschätzt und eure Mitstudierenden werden nicht das Gefühl haben, es sei euch völlig egal. Zudem werdet ihr von Tag zu Tag besser verstehen und euch so auch besser einbringen können.

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